Zwischen jugendlicher Souveränität und der Wildheit von Herren im Besten Alter (english version)Samstag, 25. März 2006
14.45 - 19.00 Uhr
German Jazz Meeting (II): Thärichens Tentett, [em]Wollny/Kruse/Schaefer, Angelika Niesciers sublim, Christopher Dells DRA, Florian Ross Trio, Nils Wogram & Root 70, Turbo Pascale
Borgward Saal, Congress Centrum Bremen (CCB)
Thärichens Tentett
Nicolai Thärichen, der Berliner Pianist, Komponist, Arrangeur und Leiter dieses mit herausragenden Instrumentalisten besetzten Zehnmannensembles hat jetzt schon sein drittes Album mit Texten des britischen Antipsychiaters und Dichters Ronald D. Laing präsentiert – dessen Tochter die Texte übrigens mit dem Zusatz: “Ich bin mir sicher, dass mein Vater gerne bei Euch mitgespielt hätte” freigab. Mehr denn je spielt Thärichens Tentett auf dem ebenso vielseitigen wie virtuosen neuen Album “Grateful” mit allem, was klingt - mit Musikstilen, Worten, Stimmen und Instrumenten. Dabei zieht der 35-jährige, der Stilgrenzen eher als Reizschwellen betrachtet, nicht nur alle Register, sondern auch den Hut. Hauptsächlich vor Ronald D. Laing und seinen Sonetten, außerdem vor Duke Ellington, John Lennon, Tom Waits und nicht zuletzt vor den neun anderen Mitgliedern seines Tentetts. Kein Song ist wie der andere. „Sicherlich auch, weil ich mutiger geworden bin, jetzt Grobheit und Chaos, aber auch totale Schlichtheit zulasse”, meint Thärichen. Tatsächlich ist Thärichens Musik eine bunte, bittersüße, beseelte bis bestialische Angelegenheit. Thärichen spricht in diesem Zusammenhang von “Pathos, aber mit Zuckerguß”, vom Ausprobieren “wie weit man noch gehen kann” und immer wieder von seiner treuen Band, die für ihn sogar singt, alles von “dreistimmigen Chören bis zu Fußballfankurvengegröhle”. “Ein großer Punkt, warum ich `grateful´ bin, ist natürlich diese Band”, sagt Thärichen, der auch Leiter des “Berliner Jugend Jazz Orchesters” und Dozent des Jazz Instituts Berlin ist. „Grateful“ ist ein neuer Grund, die Kunst der Dankbarkeit an einem wirklich dankbaren Kunststück zu üben.
Besetzung: Michael Schiefel(vocals), Sven Klammer (trumpet, fluegelhorn), Jan von Klewitz (alto sax, sopran sax, clarinet), Andreas Spannagel (tenor sax, flute), Nikolaus Leistle (baritone sax, bass clarinet), Sören Fischer (trombone), Kai Brückner (guitars), Johannes Gunkel (bass), Kai Schönburg (drums), Nicolai Thärichen (piano)
www.thaerichens-tentett.de
Aktuelle CD: Thärichens Tentett: GRATEFUL (Minor Music)
Kontaktadresse: shoestring_jazz_booking, Tobias Schuster, Weichselstrasse 30, 10247 Berlin, Tel. ++49 (0)30 2501-9427 oder ++49 (0)30 9700-2147, Mobil: 0179-1215414, info@shoestring-jazz.de, www.shoestring-jazz.de
[em]
26 Jahre, mit etlichen Belobigungen im Rücken und als Geheimtipp allenthalben hoch gehandelt. Michael Wollny heißt der Knabe, [em] das Trio mit Eva Kruse und Eric Schaefer. Da wächst etwas zusammen, was aufhorchen lässt: Bayern, Brunsbek und Berlin. Michael Wollny stammt aus Unterfranken. Studium in Würzburg, BuJazzO, diverse Preise, CDs mit Hans-Peter Salentin und Hubert Winter, Trio mit Stephan Schmolck und Duo mit Heinz Sauer – auch so einer, der eigentlich ein internationaler Star sein müsste! Nordlicht Eva Kruse hat Kontrabass studiert, erst in Berlin, dann in Schweden ist unterwegs zwischen Elektronik und Akustik, zwischen Göteborg und Weilheim. Eric Schaefer, Schlagwerker zwischen Jazz, Neuer Musik und Avantgarde, wirkt spielend oder komponierend mit durch seine perkussive Poesie abseits ausgetretener Pfade mit Präzision und Phantasie. Ein Pianotrio auf Nebenwegen, immer ein bisschen in Schräglage, auf einem groove-orientierten Trip weg vom Mainstream. Anleihen beim Hip-Hop, auch mal ungerade, freak und frei. Interaktion ist wichtig, aufeinander Hören, akute Reaktion in Mikrosekunden, so dass bei aller Freiheit die Richtung stimmt. Tempo dazu, Stillstand ist Rückschritt. Nervöse Bewegung, hyperaktive Hektik, drei atemlos getanzte Derwische auf der Überholspur, polytonale Klangwolken und perkussive Geräuschattacken. Call it [em]!
Besetzung: Michael Wollny (piano), Eva Kruse (bass), Eric Schaefer (drums)
www.michael-wollny.de
Aktuelle CD: Wollny/Kruse/Schaefer: CALL IT [em] (ACT-9650-2)
Kontaktadresse: shoestring_jazz_booking, Tobias Schuster, Weichselstrasse 30, 10247 Berlin, Tel. ++49 (0)30 2501-9427 oder ++49 (0)30 9700-2147, Mobil: 0179-1215414, info@shoestring-jazz.de, www.shoestring-jazz.de
Angelika Niesciers sublim
Für Musiker und Tänzer hat Angelika Niescier geschrieben, für Kinder und natürlich für „sublim“, das eigene, in inzwischen zwei CD-Produktionen dokumentierte Band-Projekt – Angelika Niescier zählt zu den besonders vielseitigen Musikerinnen der jungen deutschen Jazz-Szene. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann ihr musikalischer Weg und seither hat sich die Saxophonistin erfolgreich Wettbewerben der verschiedensten Art gestellt. Dabei ist sie in der Schweiz und Frankreich ebenso zu Hause wie daheim am Rhein - die musikalische Heimat ist ihr halt nie genug. Und was die Musik betrifft, da verlässt sie sich ganz auf sich selbst: und spielt, von der Fachpresse hymnisch gerühmt, ausschließlich eigene Kompositionen mit dem „sublim“-Quartett, zu dem einige der gefragtesten Musiker der rheinischen Szene gehören.
Besetzung: Angelika Niescier (saxophone), Florian Weber (piano), Sebastian Räther (bass), Christoph Hillmann (drums)
www.angelika-niescier.de
Aktuelle CD: Angelika Niesciers: SUBLIM II (shaa-music 1014-0704)
Kontaktadresse: Angelika Niescier, Gereonswall 132, 50670 Köln, Tel/Fax (0221) 124980, Mobil-Tel. (0177) 733-8703, kontakt@angelika-niescier.de
Christopher Dells DRA
Einer der momentan sicherlich spannendsten deutschen Jazzmusiker und Komponisten ist der Vibraphonist Christopher Dell. Dells Neugier für die Komplexität der Interaktion zwischen individuellen Fähigkeiten und kreativen Potentialen, treibt das Trio DRA zu immer neuen Jazzdiskursen. Höchste Verdichtung in der Improvisation, kombiniert mit größtmöglicher Komplexität in der Komposition lassen die drei Musiker im Spiel die eigenen Grenzen ausloten. Das Kürzel DRA steht dabei einerseits für dynamic-related-action. Andererseits dokumentiert es, dass keiner von DRA austauschbar ist. Deswegen steht DRA natürlich auch für Dell, Ramond und Astor. Der Klang ihrer Musik, ist nur mit dem Klang und der Sensibilität in der Kommunikation jedes Einzelnen zu erzeugen. Dem verblüfften Hörer stockt der Atem, er schwindelt, traut nicht mehr Augen noch Ohren bei der selbstverständlichen Rasanz und unfassbaren Dynamik mit der die drei agieren. Vibraphon, Kontrabass und Schlagzeug schaffen dabei „eine Prozesskunst, wie es sie noch nicht gegeben hat“ (Uli Olshausen, Frankfurter Allgemeine Zeitung).
Besetzung: Christopher Dell (vibraphon), Christian Ramond (bass), Felix Astor (drums)
www.christopher-dell.de
Aktuelle CD: DRA: DRAREAL (edition niehler werft 2004)
Kontaktadresse: Christopher Dell, c/o Institut für Improvisationstechnologie, Gitschiner Str 61, 10969 Berlin, Tel. ++49 (0)30 6167-5351, Fax ++49 (0)30 6167-5351, cd@christopher-dell.de
Florian Ross Trio
Bereits sein Debüt-Album von 1998, Seasons & Places, zeigt den inzwischen in Köln lebenden Florian Ross als Piano-Virtuosen, mit wachem Blick auf die vielfältige Jazztradition in der herrlich groovenden und lässig swingenden Modern-Mainstream-Umgebung seines Trios ebenso zu Tage tritt wie sein außergewöhnlicher Umgang mit zeitgenössischer komponierter Musik. Weitere drei Produktionen später hat sich herumgesprochen, was für ein Talent der 1972 im Schwäbischen Pforzheim geborene Pianist ist. So schrieb er zum Beispiel für das Brussels Jazz Orchestra und die NDR Big Band Arrangements und Kompositionen. Die Jazz Week Dublin vergab an Ross eine Auftragskomposition für ein Orchesterstück, das im letzten Jahr mit den beiden amerikanischen Gästen Joe Lovano und Jim McNeely in der irischen Hauptstadt uraufgeführt wurde. Musikalisch greift Florian Ross gerne auf die Anfänge des Hard Bop zurück. Er bricht das ausgeleierte Schema auf, bei dem nur eine durchmarschierende Rhythmusgruppe die Soli begleitet, indem er stattdessen immer wieder Passagen voller rhythmischer Spannungen integriert und sich die melodisch expressive Spielweise an der Harmonik zeitgenössischer Musik orientiert. Das Florian Ross Trio bewegt sich also nicht ausschließlich in der Tradition eines Bill Evans, vielmehr loten die drei gleichberechtigten Partner in ihrem Spiel die Welt des zeitgenössischen Jazz aus, ohne dabei die Tradition zu vergessen.
Bestzung: Florian Ross (piano), Dietmar Fuhr (bass), Jonas Burgwinkel (drums)
www.florianross.de
Aktuelle CD: Florian Ross Trio: Big Fish & Small Pond (intuition 3396-2)
Kontaktadresse: Florian Ross, Wichterichstraße 34, 50937 Köln, Tel. ++49 (0)221 138989, Mobil (0163) 511-2907, info@florianross.de
Nils Wogram & Root 70
Nils Wogram gehört Mittlerweile zu einem der meistbeachteten Jazzposaunisten in Europa. Seine CD- Veröffentlichungen wurden von der Presse wegen ihrer ausgefeilten Kompositionen und deren brillanter Umsetzung euphorisch gefeiert. Nils Wograms Working-Band, Root 70, bringt vier Musiker zusammen, die alle bereits in jungen Jahren als neue Stimme auf ihren Instrumenten gelten und mit viel Erfolg ihre eigenen Bands leiten. Die Konzerte der vier Musiker aus Deutschland, England und Neuseeland bieten ein spannendes Interkontinentales Hörerlebnis mit der Handschrift Nils Wograms. New York, die Wahlheimat des Drummers Jochen Rückert ist hierbei ebenso prägend, wie Europa für den neuseeländischen Saxofonisten und Weltenbummler Hayden Chisholm. Phil Donkin schließlich, in Sunderland geboren, gilt mit seinen 25 Jahren bereits als einer der besten Bassisten der englischen Jazzszene. Den Jazz als Grundlage nehmend schaut Root 70 gerne über den musikalischen Tellerrand hinaus und verarbeitet Einflüsse aus der Volksmusik mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie aktuelle Strömungen aller anderen Musikstile auch. Ein rhythmisches Feuerwerk einer eingespielten Band, wie man es viel zu selten zu hören bekommt!
Besetzung: Nils Wogram (trombone), Hayden Chisholm (saxophone, clarinet), Phil Donkin (bass), Jochen Rückert (drums)
www.nilswogram.com
Aktuelle CD: Nils Wogram Septett: SWING MORAL (Enja Records)
Kontaktadresse: Agentur Fischermann, Stefan Nauheimer, Wilhelm-Sollmann-Straße 18, 50737 Köln, Tel. ++49 (0)221 971-1799, Fax ++49 (0)221 712-3653 info@agentur-fischermann.de, Internet: www.agentur-fischermann.de
Turbo Pascale
Verwurzelt in Jazz, Soul und Funk sind Turbo Pascale offen für alles. Und alles ist möglich, von Ambient über Klezmer bis World Music. Ihre Musik paart Groove mit Improvisation und schafft eine Atmosphäre, wie sie vielleicht am ehesten mit der in den New Yorker Jazzclubs der »Roaring Twenties« zu vergleichen ist. Heiß, lebendig, swingend, groovy. Zum Kern des multimedialen Bandprojekts Turbo Pascale gehören Perkussion, Gitarre und Bass. Wichtiger integraler Bestandteil des Konzepts ist aber die Arbeit der Video Künstler von »Bruno Tait«. Kjell Rijntjes und Dirk Rauscher beamen, inspiriert von Rhythmus und Sound, Bühne und Dancefloor in eine andere Dimension. Musik und Bild greifen nahtlos ineinander, Grooves und Hooks setzen die VJs in beeindruckende Bilderwelten um. Die Band greift aber umgekehrt auch Ideen der VJs auf und übersetzt sie ihrerseits in tanzbare Sounds. Augen und Ohren auf und durch.
Besetzung: Bodek Janke (drums), Kim Efert (guitar), Pascal Niggenkemper (bass), Bruno Tait: Dirk Rausch & Kjell Rijntes (VJs) plus Special Guests
www.turbopascale.de
Kontaktadresse: Bruno Tait, Tel. ++49 (0)221 9922401, info@turbopascale.de | |