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Bundeskonferenz Jazz
c/o UDJ
Weberstr. 59
53113 Bonn

E-Mail: post@bkjazz.de

Mehr Jazzförderung nach der Wahl


Union, SPD, FDP, Linke und Grüne beantworten Wahlprüfsteine der BKJazz

 

Bonn, 10. August 2009 - Die Bundeskonferenz Jazz (BKJazz) hat im Vorfeld der Bundestagswahl alle im Bundestag vertretenen Parteien nach Ihren Vorstellungen zur Förderung von Jazz und Improvisierter Musik befragt. Die Antworten sind seit heute auf der Webseite www.bkjazz.de abrufbar. In ihren Antworten nahmen Union, SPD, FDP, Linke und Grüne Stellung zur generellen Bedeutung von Jazz und Improvisierter Musik und formulierten ihre Vorhaben für die nächste Legislaturperiode. Sprecher der Bundeskonferenz Jazz Peter Schulze sagte dazu „Es freut uns, dass alle Parteien Jazz als eine besonders wichtige Kunstform anerkennen und sie in Zukunft noch stärker unterstützen wollen.“

 

Trotz einiger Gemeinsamkeiten offenbaren die Antworten erhebliche Unterschiede in der Sicht auf Jazz als Kunstform und seine Unterstützung durch die öffentliche Hand. In ihren Fragen legte die BKJazz einen Schwerpunkt auf die Förderung von Spielstätten. An diesem Punkt sprechen sich alle Parteien für Verbesserungen aus. „Jazz-Spielstätten sind so wichtig wie Opernhäuser oder Theater. Ich hoffe sehr, dass die Parteien ihre Förderversprechen nach der Wahl schnell und mit großen Schritten einlösen“, kommentierte Saxophonist und Komponist Klaus Doldinger. Auch Till Brönner freut sich über die Wahlprüfsteine: „Es ist prima, dass Jazz in Deutschland endlich auch von Politik ernst genommen wird“, so der Trompeter.

 

Neben den Antworten im Volltext stellt die BKJazz auf ihrer Seite www.bkjazz.de auch eine kommentierende Auswertung der Antworten zur Verfügung.

 


Gründung des Vereins „Spielstätten- und Programmpreis Jazz“



v.l.n.r. Michael Leonhardt, Kornelia Vossebein, Dominik Wagner
Foto: Lutz Voigtländer lutzvoigtlaender.com

Bremen, 19. April 2008 - Heute wurde aus der Bundeskonferenz Jazz heraus der Verein „Spielstätten- und Programmpreis“ gegründet mit dem Ziel, eine Plattform zur praktischen Umsetzung der Förderung von Spielstätten im Bereich Jazz zu bilden. Zur Vorsitzenden des Vereins wurde Kornelia Vossebein (Gemeinschaft unabhängiger Spielstätten) gewählt, als Stellvertreter Michael Leonhardt (Deutsche Jazz Föderation) und als Beisitzer Dominik Wagner (Union Deutscher Jazzmusiker).

Anlässlich der Gründung des Vereins bei der jazzahead! in Bremen legte die Bundeskonferenz Jazz gleichzeitig auch eine Konzeption zur Spielstättenförderung vor.

 

Der Deutsche Bundestag hatte am 26. April 2007 die Bundesregierung aufgefordert, "einen Spielstättenpreis für herausragende Spielstätten im Bereich der populären Musik, insbesondere der Jazzmusik, aufzulegen." Praktische Schritte sind seither nicht erfolgt. In einem Brief an Staatsminister Bernd Neumann mahnt die Bundeskon-ferenz Jazz diese an und fragt nach Planungen, „um diese legislativ beschlossene Entscheidung möglichst schnell zu realisieren“.

 

Wie keine andere Kunstform ist der Jazz und die Improvisierte Musik darauf ange-wiesen, live vor Publikum aufgeführt zu werden. Deshalb sind die Spielstätten des Jazz gleichzeitig Keimzelle und Herz einer vitalen Jazz-Szene.

In den vergangenen Jahren hat sich die finanzielle Situation der Spielstätten in Deutschland zunehmend verschlechtert. Aufgrund steigender Kosten und Abgaben in Verbindung mit stagnierender oder zurückgehender Förderung durch Länder und Kommunen mussten einige Spielstätten und Initiativen ihr Programm reduzieren, kommerzialisieren oder sogar ganz einstellen.

Um diesem negativem Trend entgegenzuwirken, soll mit dem Spielstättenpreis ein bundesweites Signal für den Erhalt und Ausbau der Jazz-Spielstätten in Deutschland gesetzt werden.

 

 


German Jazz Meeting voller Erfolg

Bremen, 19. April 2008 - Soeben ist das 2. German Jazz Meeting in Bremen zu Ende gegangen. Zwölf herausragende deutsche Jazzprojekte präsentierten sich zwei Tage lang auf der an diesem Wochenende stattfindenden Fachmesse "jazzahead!" im Bremer Congress-Centrum.

 

Vor mehr als 65 geladenen internationalen Festivalveranstaltern, Journalisten und Fachleuten aus 36 Ländern zeigten die von einer Jury ausgewählten Musiker einen Querschnitt der lebendigen und vielfältigen deutschen Jazzszene.

 

Nicht nur bei den internationalen Gästen, sondern auch vor über 1000 akkreditierten Fachbesuchern der Messe und dem breitem Konzertpublikum bewiesen die, in kurzen Showcases auftretenden Bands, dass von Deutschland aktuelle Impulse ausgehen, die international auf großes Interesse und positive Resonanz stossen.

 

"Die Verknüpfung der Messe "jazzahead!" und des German Jazz Meetings hat sich erneut als wirksame Plattform für den deutschen Jazz erwiesen", so Arndt Weidler, Vorsitzender des federführenden Vereins "German JazzMeeting e.V." in einer ersten kurzen Stellungnahme.

 

Das German Jazz Meeting 2008 wurde gefördert vom Staatsminister für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland, vom Auswärtigen Amt, dem Goethe-Institut sowie dem Senat der Hansestadt Bremen.

 


Bundeskonferenz Jazz übergibt Eckpunktepapier an Bundestagsausschuss

Berlin, 1. März 2007 - Heute übergab die Bundeskonferenz Jazz dem Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Medien im Bundestag, Hans-Joachim Otto und seinem Stellvertreter Siegmund Ehrmann ein Eckpunktepapier „Zur Situation des Jazz und der aktuellen improvisierten Musik in Deutschland“. Bereits einen Tag zuvor waren die Vertreter der BK Jazz im Kanzleramt und übergaben dort das Papier dem Abteilungsleiter für Kultur und Medien Prof. Dr. Hermann Schäfer.

Die Bundeskonferenz Jazz, ein informeller Zusammenschluss von Musikwirtschaft, Medien, Wissenschaft, Hochschulen, Musikern und Veranstaltern, wurde vertreten von Volker Dueck, Bernd Hoffmann, Reiner Michalke und Peter Schulze.

 

Bei einem ersten Informationsaustausch, der auf Anregung des Bundestagsauschusses für Kultur und Medien am 25. Oktober des vergangenen Jahres in Berlin stattgefunden hat, hatte der Ausschuss den BK Jazz um eine Standortbestimmung des Jazz in Deutschland gebeten.

 

Das heute vorgelegte fünfseitige Papier behandelt die Themen „Bildung/Ausbildung“, „Jugendensembles/Wettbewerbe“, „Spielstätten“, „Festivals“, „Tonträgerwirtschaft“, „Rundfunkanstalten“ und „Exportförderung“.

 

Die BK Jazz stellt darin fest, dass der zeitgenössische Jazz in der Bundesrepublik eine Randexistenz führt und vergleicht die Situation mit anderen Ländern in Europa.

„Die gesellschaftliche Bedeutung der Improvisierten Musik für die moderne Gesellschaft wurde in Deutschland bisher nicht in genügendem Maße erkannt.“

Die größten Defizite und dringenden Handlungsbedarf sieht die BK Jazz in ihrer Analyse bei den Spielstätten und dem Export von Jazz und aktueller improvisierter Musik ins Ausland. Positive Ansätze und gute Perspektiven bestehen im Ausbildungsbereich und bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

 

Als erste praktische Schritte schlägt sie ein unbürokratisches Modell zur Spielstättenförderung vor. Analog zum „Kinoprogrammpreis“ der Bundesregierung sollte ein „Spielstättenprogrammpreis“ eingerichtet werden, der Jazz-Spielstätten für ihr kulturell herausragendes Jahreskonzertangebot prämiert.

Zur Stimulierung des Exportes deutscher Jazzmusikerinnen und Musiker ins Ausland schlägt die BK Jazz die Konsolidierung und Fortsetzung des German Jazz Meeting vor. Dies fand erstmals mit großem Erfolg 2006 bei der jazzahead! in Bremen statt. 14 professionelle Gruppen absolvierten Kurzauftritte vor einem Fachpublikum aus Veranstaltern, Produzenten und Journalisten. Auf Einladung des German Jazz Meeting e.V. und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem Europe Jazz Network waren über 50 ausländische Festivaldirektoren und Veranstalter nach Bremen angereist.

 

Sowohl die Bundestagsabgeordneten Otto und Ehrmann, als auch Kulturabteilungsleiter Schäfer bedankten sich für das Eckpunktepapier und kündigten an, das Thema „Jazz“ deutlicher als zuvor in den Fokus der kulturpolitischen Debatte zu stellen. Darüber hinaus baten sie um eine Fortsetzung der Gespräche mit der BK Jazz und sagten zu, kurzfristig Möglichkeiten einer stärkeren und nachhaltigeren Unterstützung dieses Musikbereiches, insbesondere die Einführung eines „Spielstättenprogrammpreises“ und die Unterstützung des German Jazz Meeting, zu prüfen.

 


Berliner Politik sendet positive Signale an den Jazz

Delegation der Bundeskonferenz Jazz im Bundestag und im Kanzleramt

 

Berlin/Bonn, 27.10.2006 - Auf Einladung des Deutschen Bundestages traf sich am vergangenen Mittwoch erstmals eine Delegation der Bundeskonferenz Jazz (BKJazz) zu einem Informationsausstausch mit Vertretern des Kulturausschusses, darunter der Vorsitzende Hans-Joachim Otto (FDP) und dessen Stellvertreter Siegmund Ehrmann von der SPD.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand eine Standortbeschreibung des deutschen Jazz ebenso wie der gemeinsame Ausblick auf zukünftige Maßnahmen einer bundesweiten Förderung der Jazzaktivitäten in Deutschland. Als erfolgreiches Beispiel konnten die Vertreter der BKJazz den Abgeordneten eine durchweg positive Bilanz des im März 2006 erstmalig durchgeführten Projekts "German Jazz Meeting" in Bremen als ein Förderinstrument des Musikexports präsentieren. Das "German Jazz Meeting" war unter anderem durch Mittel der Kulturstiftung des Bundes und des Goethe-Instituts unterstützt worden.

Den Vertretern der Jazzszene wurde dabei ein deutliches Interesse auf Seiten der Politik an der Lage des Jazz in der Bundesrepublik signalisiert, insbesondere auch an notwendigen Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Jazzmusiker und den Spielstätten des Jazz. Die BKJazz wurde gebeten, eine aktuelle Situationsbeschreibung des Jazz in Deutschland zu erstellen, mit dem Ziel, diese Evaluierung rechtzeitig in den Bericht der Enquete-Kommission des Bundestages zur "Kultur in Deutschland" einzubringen.

 

Auch in einem anschließenden Gespräch im Bundeskanzleramt mit Kulturabteilungsleiter Prof. Dr. Hermann Schäfer wurde ausdrücklich die Initiative der BKJazz für eine Jazzförderung auf Bundesebene begrüßt. Hermann Schäfer verwies darauf, dass Jazz Bestandteil der kommenden Ausschreibung des Projektes "Netzwerk Neue Musik" der Kulturstiftung des Bundes ist. "Der Jazz finde bei der jetzigen Bundesregierung jederzeit ein offenes Ohr."

Die Bundeskonferenz Jazz zeigte sich insgesamt zufrieden über die positive Resonanz zum Thema "Jazz in Deutschland" im Bundestag und Kanzleramt. Man sei nun zuversichtlich, dass durch die Unterstützung des Bundes eine Stabilisierung bestehender Projekte, wie dem German Jazz Meeting, möglich werde und freue sich über die grundsätzlich zustimmende Reaktion der Berliner Politik auf die Vorschläge der Szene für ein eigenes Konzept der Spielstättenförderung.